Der erste Tourtag

Liebe Paddelbegeisterte,
mein Name ist Carmen und momentan reise ich als wandernde Buchbinderin durch die Lande. In meinem Wanderbüchlein beschreibe ich das auf der ersten Seite folgengender Maßen: 
Im kommenden Jahr lasse ich mir den Wind um die Nase wehen.
Das bedeutet für mich Freiheit & Orientierung. 
Was treibt die Buchbinder-Welt da draußen?
Und was tut sich sonst so?
Nach dem Motto frei wie der Wind bewege ich mich frei & umgezwungen.
Jeder hat seinen Weg.
Ich bin nicht im traditionellem Sinne unterwegs. Vielleicht habt ihr schon mal wandernde ZimmermannsLeute und Tischler in schwarzer Zunftkleidung gesehen mit einem kleinem Bündel, Hut und Stock. Die Grundidee habe ich bei ihnen abgeschaut, aber für mich erweitert, sozusagen modernisiert und mit OutdoorGeschichten kombiniert, so wie jetzt mit der Kajak-Tour von Konstanz nach Basel.
Am Montag, der 26. März war mein erster Tourentag. Am Tag zuvor habe ich mich mit Robert beim KC Konstanz getroffen und mir entsprechende Ausrüstung geliehen (Seekajak, Spritzdecke, Paddel, Bootswagen, Seile und ganz wichtig einen Schwamm). Von dort ging es in das märchenhafte Gottlieben, wo ich über 5 Wochenim Bodman-Haus daheim war und in der kleinen Handbuchbinderei mitgearbeitet habe.
So nun aber zu meinem 1. Tourentag: Ich bin aufgeregt und ein bissel traurig aufzubrechen. Ich habe hier viel übers Leben gelernt und Menschen in mein Herz geschlossen. "Wenn du eine Reise tust, kannst du  was erleben!", hat mal jemand zu mir gesagt. Weiter geht's! Sandra von der kleinen Handbuchbinderei begeiltet mich auf dem Weg zum Wasser. Leider hat sich die Sonne hinter den Wolken verzogen, luagt aber hier und da mal aus den dunklen Wolken heraus und sagt: "Hallo!" Die dunklen Wolken halten  sich jedoch zurück und bescheren mir einen trockenen KanuTag. Ich paddel von Gottlieben rüber zur Reichenau, weiter auf dem Gnadensee, werfe einen Blick auf den Zellsee und paddel den Untersee hinab. Die Vogelwelt ist zahlreich hier und ich habe immer wieder ein schlechtes Gewissen, wenn ich die Tiere aufscheuche. Ein Schwanenpaar nimmt es gelassen und reagiert wie ich mit Neugierde. Einer schwimmt links, der oder die andere rechts am Kajak vorbei und hinte treffen sie sich wieder, sehr elegant und vertraut. 
Kurz nach viere lande ich in Mammern. Fürs Camping bin ich eine Wochebzu früh dran, aber Martin von der CampingWiese macht eine Ausnahme für mich. Der Abend geht mit einem schön wärmenden Lagerfeuer zu Ende.