Der zweite Tourtag

An meinem zweiten Tourentag lacht mir die Sonne ins Gesicht, als ich am morgen den Kopf aus dem Zelt strecke. Schön, wenn ein morgen so beginnt. Ein bisschen muss ich mich überwinden aus dem warmen Schlafsack zu kriechen. Als das geschafft ist, tanz ich mich warm und lache der Sonne zurück. Nach ausgiebiger Packerei umd Frühstücksmüsli geht es das letzte Stück auf dem Untersee Richtung Stein am Rhein. Hier will ich eigentlich nur meine Wasserflaschen auffüllen und lande in einer anderen, längst vergangenen Zeit. Wahnsinn, früher waren die Wohnorte der Menschen viel bunter und die Häuserwände erzählen Geschichten über ihr Leben und Wirken. Das fasziniert mich, man kann stehen bleiben, schauen und entdecken.
Irgendwann habe ich  genug geschaut und paddel auf dem nun engeren Rhein fort, wo ich gut zu beiden Ufern schauen kann. 
Der Wettergott meint es auch heute gut mit mir und lässt mir die Sonne als treuen Begleiter. An mir ziehen Schwäne und anderes Vogelgetier, wunderschöne Ufervegationen, unzählige private Belagerungen und viele Bauten historischer Natur vorbei. 
Am späten Nachmittag erreiche ich Schaffhausen und bringe das Kajak auf Rollen. So ziehe ich an Land meines Weges Richtung Rheinfall bis ich auf eine Schlafmöglichkeit treffe, direkt am Rhein auf der Wiese eines Bauern. Sein Nachbar Mario lädt mich zu Tee ein und wenig später sitze ich mit ihm und seiner Frau Nadia gemütlich zusammen.
In der Nacht erlebe ich urbanes Camping, gegenüber liegt ein Bahnhof: so viele unterschiedliche Welten auf einem Planeten!