Der vierte Tourtag

Die Nacht habe ich auf dem Campingplatz Flaach verbracht, der zu einem Natur- und Freizeit-Zentrum gehört mit Freibad, Restaurant, VogelBeobachtungsMöglichkeiten und einer Art IndoorZentrum. Die Familie, die hinter dem Campingplatz steht, ist voll in den Vorbereitungen für die am OsterWochenEnde beginnende Saison. Ich bin zu früh, verkündet mir der Mann des Platzes. Ich gebe nicht auf und schliesslich lässt er mich mein Zelt aufbauen und ich kann sogar warm duschen, was ich mir nach dem Regen und kalten Wind sehnlichst wünsche. 
Gestärkt und Ausgeschlafen geht es am nächsten Morgen weiter. An mir zieht "Villa Sorgenlos" vorbei, direkt am Wasser gelegen und idyllische Stille. Ich glaube, so ein Ort braucht jeder Mensch. 
Ich verlasse die Schweiz und bin wieder im schweizerischen/deutschen Grenzgebiet. Kleine militärische Schießbauten am linken Ufer zeugen von einer spannungsreichen Vergangenheit. Irgendwie ist das so lange her, so weit weg und doch ist es heute immer noch so schwierig zwischen Schweizern und Deutschen. Die Landschaft ist wunderschön und die Vögel interessieren sich herzlich wenig, ob da eine Grenze ist oder nicht, machen einfach ihr VogelDing. 
Das Wasser ist nicht mehr ganz so klar wie am BodenSee und es wird zunehmend schwieriger zu beobachten, was sich am Grund an der Ufern tut. Schade, dass war mal eine schöne Abwechslung, und ganz ungewohnt, war ich doch bislang viel auf  Gewässern mit schlammfarbenem Wasser unterwegs. Am Nachmittag setzt Regen ein, ich umrolle zwei Wehreund ich beschließe den nächsten CampingPlatz anzufahren, der ganzjährig geöffnet ist. Hier wohnen sogar Menschen um zum Beispiel in der Schweiz zu arbeiten. Das ist mir völlig fremd und mein Inneres reagiert mit Unverständnis. Dann komme ich mit einigen Menschen ins Gespräch und lerne, sie sind völlig in Ordnung und wollen ihr Leben leben, wie ich. Dafür haben sie jetzt diesen Weg gewählt, der genau in ihr Leben passt.